Chirurgen warnen vor der „Fett-weg-Spritze“  
     
 

Liposuktionen sind bundesweit die mit Abstand beliebtesten Schönheitskorrekturen in der Ästhetischen Chirurgie. Allein im vergangenen Jahr hätten die Mitglieder der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschlands e.V. (GÄCD) rund 28.000 Liposuktionen vorgenommen, meldete die Gesellschaft in einer Pressemitteilung. Neuerdings mache jedoch die „Fett-weg-Spritze“ von sich reden: Hierbei werde ein Medikament, das bislang lediglich zur Bekämpfung von Fettembolien zugelassen ist, in das Fettgewebe injiziert, wo es die Fettzellen auflösen soll.

„Das Mittel ist zur Fettauflösung nicht zugelassen und auch nicht erprobt. Über Nebenwirkungen ist nichts bekannt und Langzeitstudien fehlen ebenfalls“, warnte Dr. Gerhard Sattler, Vorstandsmitglied der GÄCD und Liposuktionsexperte. Daher lehne die GÄCD die Behandlung von Fettpölsterchen zum jetzigen Zeitpunkt mit der Injektionslipolyse rundweg ab: „Unsere Patienten sind keine Versuchskaninchen.“

Wirksamer Hauptbestandteil der Fett-Weg-Spritze sei Phosphatidylcholin, das zur Behandlung lokaler Fettpölsterchen subkutan in das Fettgewebe  gespritzt werde. „Die Anwendung beruht auf Berichten ohne wissenschaftlichen Hintergrund, wobei die Anwendung dieser Substanz  im subkutanen Gewebe noch nicht einmal  im Tierversuch wissenschaftlich vollzogen ist“, sagte Dr. Sattler. Wie der Körper den Abtransport größerer Fettmengen bewältigen solle, sei  ebenso wenig geklärt wie mögliche Nebenwirkungen oder Spätfolgen im behandelten Gewebe.

Außerdem wecke die Therapie falsche Hoffnungen: Großflächige Areale wie die typischen Reiterhosen oder der Bauch könnten mit der Injektionslipolyse nicht vergleichbar mir einer Fettabsaugung behandelt werden. „Der behandelnde Arzt und der Patient begeben sich auf ganz dünnes Eis“, fasste Dr. Sattler kritisch zusammen.

 
 

 

 
  Mehr Informationen unter  www.gacd.de  
  (Link geprüft: 4.11.03)  
  Antje Soleimanian